Stress am Arbeitsplatz

AmtsstubeStress am Arbeitsplatz kann krank machen.

Die Arbeitswelt ist komplexer und schneller geworden. Die Arbeitsanforderungen nehmen zu, „Time is Money“ führt dazu, dass Prozesse sich verdichten. Personalabbau führt dazu, dass die Arbeit besser und schneller durch weniger Arbeitskräfte ausgeführt werden muss. Handy und Laptop geben zwar neue Freiheiten, erschweren aber auch im wahrsten Sinne das Abschalten und eine klare Trennung zwischen Privatleben und Beruf, da man ständig erreichbar ist.

Dies hat Folgen für unser Wohlbefinden. Die Gefahr durch Dauerstress und Überlastung psychisch zu erkranken, ist längst nicht mehr nur ein Problem für Führungskräfte, sondern auch in hohem Maße für Angestellte.

Die Daten der gesetzlichen Krankenkassen untermauern dies: Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen ist von bundesweit 33,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen 2001 auf 53,5 Millionen im Jahr 2010 drastisch angestiegen. Die Tendenz ist steigend.

Trotz rückläufiger Krankenstände in den letzten Jahren wächst der relative Anteil psychischer Erkrankungen am Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Dieser kletterte in den vergangenen 30 Jahren von 2 auf 12% (BKK Gesundheitsreport 2011).

Psychische Störungen sind heute schon die vierthäufigste Krankheitsgruppe, während sie vor einigen Jahren noch nahezu bedeutungslos waren.

Psychische Störungen, ausgelöst durch Dauerstress und Überforderung, sind außerdem die häufigste Ursache für krankheitsbedingte Frühberentungen. In den letzten 17 Jahren stieg ihr Anteil von 15,4  auf 40% (Deutsche Rentenversicherung Bund, 2011).

Folge für Unternehmen und Volkswirtschaft sind Kosten in Milliardenhöhe: Allein die direkten Krankheitskosten für psychische Erkrankungen liegen bei knapp 27 Milliarden Euro pro Jahr (Statistisches Bundesamt, 2009). Laut Berechnungen könnten sie bis 2030 auf rund 32 Milliarden Euro anwachsen.

Hinzu zu zählen ist ein noch größerer Anteil an indirekten Kosten, verursacht durch reduzierte Produktivität während der Arbeitsjahre und vorzeitige Berentung.

Die Zahlen sprechen für sich: Psychische Erkrankungen und die damit verbundenen Kosten nehmen zu. Einen wichtigen  Auslöser sehen Experten darin, dass wir im Arbeitsalltag immer größerem Stress ausgesetzt sind.

Auch die größere Sensibilität für psychische Probleme spielt vermutlich eine Rolle. Denn früher wurden häufig nicht die psychischen Erkrankungen diagnostiziert, sondern erst die körperlichen Spätfolgen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magengeschwüre oder Migräne.

Führungskräfte stehen vor der besonderen Herausforderung, den vielfältigen Anforderungen von allen Seiten gerecht zu werden. Dabei die eigene psychische Gesundheit und die der Mitarbeiter im Blick zu behalten, ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe. Denn in unserer heutigen Arbeitswelt, in der Arbeitspensum, Druck und Komplexität immer mehr zunehmen, sind der richtige Umgang mit Ressourcen und die Fähigkeit des Selbstmanagements entscheidend.

Um als Führungskraft langfristig erfolgreich zu sein, ist Kompetenz im Umgang mit psychischen Belastungen und Stress unverzichtbar. Denn das Befinden und die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter haben erheblichen Einfluss auf das Arbeitsklima und die Motivation Ihrer Mitarbeiter und damit auch auf die Produktivität.

 

Quelle:
psyGA